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03.08.1999

Einsatz von EDTA in professionellen Waschmitteln beendet

Düsseldorf

Der Komplexbildner Ethylendiaminotetraessigsäure (EDTA) ist seit vielen Jahren in der Diskussion. Günstige Eigenschaften haben der Substanz zu vielfältigem Einsatz verholfen, unter anderem auch in Waschmitteln für die gewerbliche Wäscherei. Ökologische Bedenken stellen den Einsatz in gewässerrelevanten Anwendungen infrage. Der Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) ist als der für die Hersteller gewerblicher Wasch- und Reinigungsmittel (Mitgliederliste im Internet: www.iho.de) zuständige Fachverband des VCI Ansprechpartner für Behörden und Unternehmen.

Die Mitgliedsfirmen des Fachbereichs Wäschereitechnik des IHO haben ihren Verzicht auf den Einsatz von EDTA in Waschmitteln für die professionelle Wäscherei beschlossen. Wie durch eine Verbandsumfrage bestätigt werden konnte, ist dieser Beschluß nunmehr umgesetzt. Dieser Erfolg wurde durch anwendungsspezifische Umstellung der Rezepturen und Prozesse erreicht. In Anwendungen mit mineralienhaltigem Schmutzeintrag wurde EDTA gegen NTA oder andere besser umweltverträgliche Komplexbildner ausgetauscht.

EDTA bindet Schwermetalle und Wasserhärte besser als alternative Wirkstoffe,dies auch unter extremen Bedingungen. EDTA ist aber biologisch nicht leicht abbaubar und wird bei der Trinkwasseraufbereitung nur schlecht zurückgehalten. Die chemische Industrie hat deshalb 1991 eine Selbstverpflichtung abgegeben, den Einsatz in gewässerrelevanten Anwendungen zu vermindern und so die Gewässerfracht bis 1997 gegenüber 1991 (Rhein) bzw. 1992 zu halbieren. Jährlich wurde über die Fortschritte berichtet, 1998 waren 37% Reduktion erreicht worden. Das Umweltbundesamt hat dies dennoch als Erfolg gewertet. Die Selbstverpflichtung wird verlängert um das quantitative Ziel doch noch zu erreichen.

In anderen Reinigungsmitteln, beispielsweise für die Ernährungswirtschaft, ist der Einsatz von EDTA noch unverzichtbar. Die Anwendung wird auf bestimmte Prozesse oder Problemfälle beschränkt und in ständiger Produktentwicklung weiter minimiert. Von Mitgliedsfirmen des IHO werden derzeit noch ca. 500 t EDTA pro Jahr eingesetzt, das bedeutet eine Reduktion von 25% gegenüber 1992. Wo der Einsatz von EDTA notwendig ist, sind die Anwender hierüber im Sicherheitsdatenblatt informiert. Wichtig ist es, an alle - auch ausländische Lieferanten oder Handelsfirmen - die gleichen Anforderungen zu stellen. Eventuelle Mehrkosten müssen von den Anwendern getragen werden.