09.05.2003
Je schwieriger die Wirtschaftslage, desto wichtiger der Verband
Mitgliedsfirmen des IHO gehen die Herausforderungen aus den Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft aktiv an
Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung des IHO am 9. Mai 2003 in Heidelberg stellt der neue Vorsitzende des Verbandes, Herr Josef Haentjes, Geschäftsführer der TANA-Chemie GmbH, den neu gewählten Vorstand vor. Herr Dr. Schilp, JohnsonDiversey GmbH & Co oHG, der langjährige Vorsitzende des Verbandes seit seiner Gründung, ist am Vorabend feierlich verabschiedet worden.
Der Verband trägt den Umwälzungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Mitgliedsfirmen Rechnung. Entsprechende organisatorische Änderungen, insbesondere der neu gegründete Fachbereich Gesundheitswesen werden präsentiert.
Herr Haentjes führt in seinem Jahresbericht die besondere Problematik einer Flut von Gesetzen aus. „Wir haben in diesem Jahr die Umsetzung der Biozidprodukterichtlinie, die neue Detergentienverordnung, die EU - Chemikalienpolitik, die neue Zubereitungsrichtlinie, die neue Sicherheitsdatenblattrichtlinie, zu beiden eine umgehende Anpassungsrichtlinie, die 28. Anpassung der Kennzeichnungsrichtlinie, das neue Gefahrgutrecht (ADR 2003) und weitere geänderte Vorschriften, z.B. die Betriebssicherheitsverordnung und die Novelle der Gefahrstoffverordnung zu begleiten und umzusetzen gehabt. Das hat vom Verband und seinen Mitgliedsfirmen erheblichen Organisationsaufwand und hohe Investitionsbereitschaft erfordert“. Dabei trete die reine Chemie in der Bedeutung am Markt zurück, unterliege aber immer höheren Anforderungen sowohl von Seiten der Gesetzgeber als auch der Kunden, so Haentjes.
Die schlechte weltwirtschaftliche Lage und zurückgehende Wirtschaftsleistung in Deutschland wirkten sich auf die Mitglieder des Verbandes aus. „Insbesondere öffentliche Auftraggeber fahren ihre Ausgaben angesichts angespannter Haushaltslage drastisch zurück. Dabei besteht die Gefahr, dass durch mangelnde Pflege kein Werterhalt mehr gewährleistet ist, ja sogar Werte zerstört werden und noch viel höhere Folgekosten entstehen“, beklagt Haentjes. „Aber wir begegnen dem durch verstärkte Erschließung weiterer Marktsegmente und Stärkung des Systemangebots.“
Insgesamt war bei konstantem Preisniveau ein Rückgang des Branchenumsatzes um 3% auf ca. 595 Mio € festzustellen. Stärkere Rückgänge in Teilbereichen konnten durch leicht positive Entwicklung anderer Teilbereiche nicht ganz ausgeglichen werden. Die Zahl der Beschäftigten ist im Rahmen der statistischen Genauigkeit konstant geblieben, derzeit sind es ca. 3.050 Personen. „Dies belegt die verstärkte Investition in Systemangebote mit Betreuung und Schulung beim Anwender“, bestätigt Haentjes die verbesserte Leistung für die Anwender.
„Auch wenn neue Umweltgesetze Gewinn durch Vorreiterrolle und Einsparungen durch vermiedene Schäden versprechen, bedeuten sie für die unterworfene Industrie hauptsächlich Kostenbelastungen vor allem wegen der damit verbundenen Bürokratie. Insbesondere die neue EU - Chemikalienpolitik machen wir deshalb zu einem Testfall für die EU Industriepolitik.“, gibt Haentjes die Richtung für die künftige Verbandsarbeit vor. „So schwierig das ist, wir müssen die Flut von Gesetzen bearbeiten, die nötigen Experten rekrutieren und die Kosten gering halten. Das kann nur im Verband durch Arbeitsteilung gelingen.“
Zur Lösung gemeinsamer Herausforderungen steht der IHO nicht alleine. „Im deutschen Chemieverband VCI wurde auf Initiative des IHO das Forum der Fachverbände der Zubereiterindustrie eingerichtet. So haben die gleichgerichteten Interessen der Weiterverarbeiter ein Gewicht erhalten, das die Einzelverbände so nicht hätten. Auch in unserem europäischen Dachverband AISE müssen und können wir Verbündete finden. Unsere Fallbeispiele zur Detergentienverordnung haben gezeigt, wie es geht: an klaren Fakten kann man die Notwendigkeit praktikabler Regelungen aufzeigen und umsetzen“, resümiert Haentjes die Erfolge der Verbandsarbeit. „Die Mitgliedsfirmen des IHO profitieren davon, dass es auf diese Weise gelingt, die umfangreichen Anforderungen aus Gesetzesvorhaben in praktikable Bahnen zu lenken“.
