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30.04.2004

Mittelstand wehrt sich

Mitgliedsfirmen des IHO stellen sich aktiv den Herausforderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen

Lübeck

Die Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz – meist kleine und mittelständische Unternehmen - trafen sich am 30. April zur Mitgliederversammlung in Lübeck. Das Ambiente der historischen Stadt stellte wesentlich bessere Rahmenbedingungen dar, als die Politik für das tägliche Wirtschaften der Hersteller professioneller Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

„Die Mitgliedsfirmen haben die Herausforderungen der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen aktiv und gemeinsam im Verband angenommen“, dies betont der Verbandsvorsitzende, Josef Haentjes, TANA-Chemie GmbH.

Haentjes führt in seinem Jahresbericht weiter aus, dass bei der Begleitung der zahlreichen Gesetzesvorhaben auch Chancen genutzt werden konnten. Wieder und wieder wurde vor überbordender Bürokratie gewarnt, die zu Mängeln in der Umsetzung führt. Bei der Biozidprodukterichtlinie von 1998 erkennt man jetzt, dass essentielle aber vom Wirtschaftsvolumen her kleine Desinfektionsmittel wegfallen werden, wovor damals vergeblich gewarnt wurde. Bei der Detergentienverordnung von 2004 sind Vorschläge der Industrie akzeptiert worden. Zum Beispiel wurde eine Sonderregelung für professionelle Anwendungen geschaffen, bei denen das gesamte System und nicht nur die biologische Abbaubarkeit eines Tensids (waschaktiver Rohstoff) optimal abgestimmt sein muss. Auch wurde der Notwendigkeit Rechnung getragen, dass nur diejenigen Hersteller, die den hohen Aufwand leisten, Nutzen aus den Ergebnissen ziehen dürfen.

Haentjes äußert sich zufrieden mit den erreichten Teilerfolgen und betont die Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Verband für die Zukunft: „Mit der nach wie vor steigenden Zahl und dem zunehmenden Umfang der Gesetzesvorhaben können selbst größere Firmen nicht als „Einzelkämpfer“ umgehen, sondern nur im Verband etwas erreichen.“

Die Marktlage wird natürlich von vielen Faktoren beeinflusst. Ideenreichtum und Effizienzsteigerungsprogramme konnten den Einfluss negativer Rahmenbedingungen und der schlechten Wirtschaftslage nur mit Mühe auffangen. „Per Saldo ist der im IHO vertretene Umsatz von Euro 595 Mio auf Vorjahresniveau konstant geblieben. Das gleiche gilt für die Beschäftigtenzahl von ca. 3.060 in unserer Branche“ fasst Haentjes das in Anbetracht der Bedingungen zufrieden stellende Jahresergebnis zusammen. Teilbereiche entwickelten sich durchaus unterschiedlich, zum Beispiel in der Ernährungsindustrie wurden weiter rückläufige Preise und Umsätze festgestellt. Andererseits wurden im Bereich Wäschereiindustrie bessere Serviceangebote mit höheren Preisen honoriert.