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30.04.1999

Professionelle Hygiene nicht vergessen: kleiner Aufwand - große Wirkung!

Düsseldorf/Bonn

Auf der Mitgliederversammlung des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz e.V. (IHO) berichtete der Vorsitzende Dr. Ulrich Schilp (DiverseyLever GmbH) über die verstärkt notwendigen Bemühungen der Mitgliedsfirmen und des Verbandes, auch in Zukunft am Standort Deutschland Erfolg zu sichern. Die Branche beklagt rückläufige Ergebnisse angesichts der sich verschlechternden marktwirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Zulieferung und Dienstleistung folgen der Entwicklung von industrieller Produktion und Konsum. So ist in wichtigen Anwenderbranchen, wie etwa in der Gastronomie, Getränkeindustrie und Landwirtschaft nun auch der Automobilindustrie verringerte Nachfrage festzustellen.

Hygiene und Oberfächenschutz ist eine facettenreiche Branche: die vorwiegend mittelständischen Mitgliedsunternehmen des IHO sind Hersteller von Reinigungs-, Wasch- und Desinfektionsmitteln für professionelle Anwendungen in der Ernährungswirtschaft, der Gastronomie, in der Gebäudereinigung, im Gesundheitswesen, der Landwirtschaft, der Metallindustrie ebenso wie in der Wäscherei. Diese Unternehmen tragen eine große Verantwortung für die Gesundheit und die Verbrauchersicherheit in nahezu allen Lebensbereichen, vor allem weil von den Auswirkungen ihrer einzelnen Tätigkeit immer eine sehr große Zahl von Menschen direkt betroffen ist.

Bei den heutigen Vertriebs- und Verbraucherstrukturen sind haltbare Lebensmittel ohne Chemierückstände gefragt, was nur durch Betriebshygiene und gezielten, minimalen Einsatz hochentwickelter Chemie erreicht werden kann. Nur hygienische Reinigung ermöglicht die ökologisch vorteilhafte Mehrwegverwendung von Flaschen und Textilien. Von der Türklinke bis zum Melkstand, vom Toilettensitz bis zur Kantine sind Hygieneprodukte und –prozesse zur Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionen erforderlich. Zunehmend werden resistente Keime festgestellt, nicht nur im Gesundheitswesen. Um so wichtiger sind vorbeugende Hygienemaßnahmen, bei denen Chemie einen unverzichtbaren Teil darstellt.

Die Branche kämpft bei einem durch Rationalisierung geprägten und dadurch schrumpfenden Markt mit hohem Margendruck. Die Mitgliedsunternehmen des IHO erzielten 1998 insgesamt einen Umsatz von 1,1 Mrd. DM. Dies bedeutet einen Rückgang um 3,5%, auch für den Mengenabsatz. Die Anzahl der Beschäftigten sank weiter leicht. Mehr als die Hälfte des Personalaufwandes ist für Dienstleistung in Service und Vertrieb nötig. Besonders belastend wirken sich die für mittelständische Betriebe ohnehin überproportional hohen und weiter steigenden Personalkosten für die Bearbeitung der mannigfaltigen gesetzlichen Regelwerke aus. Wesentliche Investitionen in zukunftsträchtige Anlagen und Technologien wurden in einigen Einzelfällen getätigt und zeigen, daß die Branche ihr Geschick aktiv gestaltet und das ihre tut um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Den ausführlichen Jahresbericht des IHO und eine Mitgliederliste finden Sie im Internet unter www.iho.de.