23.04.2002
Reinigungsmittel sind sauber – kein Nonylphenol eingesetzt
Düsseldorf
In Reinigungsmitteln für die Lebensmittelerzeugung und Lebensmittelverarbeitung setzen die Mitgliedsfirmen des IHO schon seit 1992 keine Alkylphenolethoxylate (APEO) mehr ein. Befürchtungen, Nonylphenol könnte auf diesem Weg in Lebensmittel gelangen, sind unbegründet.
Nonylphenol bzw. ein Gemisch aus Alkylphenolen ist Ausgangs- und Abbauprodukt der Tensidklasse Alkylphenolethoxylate. Alkylphenole sind wesentlich giftiger für die aquatische Umwelt als die APEO – Tenside selbst. Das war der Grund für die Industrie, auf deren Einsatz in wassergängigen Anwendungen freiwillig zu verzichten.
Die Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) haben die Selbstverpflichtung von 1987 zum Verzicht auf den Einsatz von Alkylphenolethoxylaten umgesetzt. In Reinigungsmitteln für die Lebensmittelindustrie wurde der Einsatz 1992 beendet. Einzig in einigen schwierigen technischen Anwendungen für die Metallbearbeitung wurden sie noch bis 1999 verwendet.
In den letzten Jahren wurden die hormonähnlichen Wirkungen von Nonylphenol festgestellt und genauer untersucht. Bei Nonylphenol tritt diese Wirkung erst in Konzentrationen auf, die um Größenordnungen über der wegen der Fischgiftigkeit bedenklichen Umweltkonzentration liegen. Alle Ergebnisse der internationalen Zusammenarbeit von Behörden und Wissenschaftlern wurden in einer Risikobewertung der EU zusammengetragen.
Die Analyse geringster Spuren von Nonylphenol in Lebensmitteln, über die kürzlich breit berichtet wurde, ist eine hochrangige wissenschaftliche Leistung. Das ist etwa so, wie wenn man einen Würfel Zucker in einem Schwimmbad auflöst und den süßen Geschmack mit normalem Wasser vergleicht. Eine neuentdeckte Gefahr für die Gesundheit des Menschen bedeuten die Ergebnisse jedoch nicht.
