19.11.2002
Stellungnahme des IHO zu feuersicheren Paletten für brandfördernde Zubereitungen (H2O2 und PES)
Die Hersteller von Wasserstoffperoxid haben sich selbst verpflichtet, Wasserstoffperoxidlösungen > 20 % nur auf feuersicheren Paletten auszuliefern. Diese Selbstverpflichtung wird derzeit umgesetzt, so dass bei Direktlieferungen und im Chemikalienhandel die genannten Qualitäten auf feuersicheren Paletten ausgeliefert werden.
Nach Kenntnis des IHO waren Brandfälle in den USA der Anlass für diese Entscheidung. Es gibt berechtigte Sicherheitsbedenken beim Transport hochprozentiger Wasserstoffperoxidlösungen auf nicht feuerschutzbehandelten Holzpaletten. Insbesondere bei Kontakt mit verschmutztem und zerfaserten Holz besteht wegen des hohen Aktivsauerstoffgehaltes und der bei der Reaktion frei werdenden Wärme möglicherweise eine Entzündungsgefahr.
Dem IHO liegen keine Informationen – weder Prüfdaten noch Berichte - über Brandereignisse oder Gefahren durch Selbstentzündung vor, die eine entsprechende Gefahr beim Weiterkonfektionieren von H2O2 oder für Lieferungen von Peressigsäure befürchten lassen.
Der IHO unterstützt die Bemühungen, in europaweiter Zusammenarbeit der Hersteller von H2O2 und Peressigsäure die vorhandenen Erfahrungen auszuwerten, ggf. neu zu bewerten und durch Messergebnisse zum Selbstentzündungsverhalten der genannten Zubereitungen auf unbehandelten Holzpaletten zu stützen. Zur Abgrenzung von möglicherweise gefährlichen Zubereitungen und Transportarten gegenüber nicht mehr gefährlichen Lieferungen ist eine ausführliche Sicherheitsanalyse notwendig. Mögliche Maßnahmen müssen in ihrem Aufwand der möglichen Gefahr angemessen sein.
Mit Sicherheit steht bislang lediglich fest, dass die Auslieferung auf feuersicheren Paletten erheblichen zusätzlichen logistischen Aufwand und damit deutlich erhöhte Kosten bedeutet, die die Kunden zu tragen hätten.
Der IHO und seine Mitgliedsfirmen unternehmen daher alles, um mögliche Gefahren beim Transport brandfördernder Zubereitungen mit Wasserstoffperoxid und Peressigsäure abzuklären. Es wird ein europaweit einheitliches Vorgehen angestrebt. Über mögliche Maßnahmen und Konsequenzen zur Verbesserung der Sicherheit beim Transport von Wasserstoffperoxid und Peressigsäure wird der IHO seine Mitgliedsfirmen und deren Kunden umgehend informieren.
Beim derzeitigen Kenntnisstand gibt es keine Hinweise auf signifikante oder akute Gefährdung bei den genannten Lieferungen, so dass die Selbstverpflichtung der Hersteller von Wasserstoffperoxid zunächst nicht auf den Bereich des IHO ausgedehnt wird.
