Sie sind hier: Startseite  »  IHO-Infos  »  Pressemitteilungen

23.04.2009

Branchentreffen der Hersteller professioneller Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Jahrestagung des IHO führt Firmeninhaber und Fachleute in Ludwigsburg zusammen

Die Mitgliedsfirmen des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz für industrielle und institutionelle Anwendung e.V. (IHO), Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln für professionelle Anwendung, trafen sich Ende April 2009 zur Jahrestagung und Mitgliederversammlung in Ludwigsburg.

In seinem Rechenschaftsbericht betrachtete der Vorsitzende, Klaus Wilbert, die wirtschaftliche Entwicklung der Branche. Nach guter Wirtschaftslage zu Anfang 2008 seien die zum Jahresende verstärkt einsetzenden Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zwar zu spüren gewesen, aber dennoch könne für 2008 noch eine positive Bilanz gezogen werden.

Klaus Wilbert, Verbandsvorsitzender

„Über die prekäre Rohstoffsituation hatten wir bereits berichtet, sie dauert an“, so Wilbert zu den Ursachen wirtschaftlicher Herausforderungen. „Waren es zunächst Vervielfachung der Preise bis Verknappung durch Wettbewerb um beschränkte Ressourcen, so sind nach dem nur temporären Rückgang mancher Rohstoffpreise wie beispielsweise Erdöl nun wegen der Vertrauenskrise andere Rohstoffe verknappt.“ Beispielsweise sei Natronlauge als Koppelprodukt der Chlorproduktion wegen des Rückgangs der PVC – Produktion nur in geringen  Mengen und damit teuer verfügbar.

Unsere Mitgliedsfirmen sind in stagnierenden oder schrumpfenden Märkten tätig. Solange Anwenderbranchen zeitweise eine gute Entwicklung aufweisen, werde in größere Effizienz durch sparsamen Reinigungsmitteleinsatz investiert. Werden deren Produktionen zurückgefahren, wie es derzeit der Fall ist, wirke sich das direkt auf den Absatz aus. Unsere Kunden, die sich ihrerseits den Schwierigkeiten der Finanzierung im internationalen Wettbewerb ausgesetzt sehen, stellten in vielen Branchen eine zunehmend konzentrierte Einkaufsmacht dar, erläuterte Klaus Wilbert in seinen Ausführungen.

Er äußerte sich zufrieden, in Anbetracht der widrigen Umstände dennoch eine positive Bilanz ziehen zu können. „Unser im Verband erfasster Branchenumsatz ist von 672 Mio Euro auf 700 Mio Euro angestiegen. Ein Teil des Zugewinns ist auf neu beigetretene  Mitgliedsfirmen zurückzuführen, deren Umsätze erstmalig erfasst wurden. Besonders freut mich, dass die Zahl der Beschäftigten gehalten werden konnte, sie liegt bei 3.350 Personen. Der Exportanteil hat sich über die ganze Branche gemittelt weiter auf nunmehr 38 Prozent erhöht. Die Forschungsaufwendungen blieben mit 2,5 Prozent innerhalb der Schwankungsbreite der vergangenen Jahre.“

Am 20. Januar 2009 trat die GHS-Verordnung (weltweit einheitliche Kennzeichnungs- und Gefahrenhinweise) in Kraft. Die europäische Chemikaliengesetzgebung - bekannt unter dem Kürzel REACH - verlangte seit Juni 2008 energische und rasche Aktionen. Auch die Umsetzung der Biozidprodukterichtlinie verlangte erheblichen Einsatz. Die Herausforderungen werden alle im gleichen Zeitraum wirksam. „Das erfordert viel Arbeitszeit von Fachleuten, die ihre eigentlichen Aufgaben deswegen nicht in der vorgesehenen Zeit erledigen können. Zusätzliche Einstellungen sind nicht finanzierbar“, fasste der Vorsitzende die Erfahrungen aus den Firmen zusammen. Der IHO unternimmt alles nur Mögliche, um die Einsetzbarkeit der Einsatzstoffe zum Nutzen der Kunden zu erhalten.

„Vom Wirksamwerden der oben besprochenen Gesetze erwarten wir keinen Vorteil für den Verbraucher und keinen zusätzlichen Schutz für Umwelt und Gesundheit. Erhebliche Personaleinsätze werden erforderlich, nur damit Stoffe und Zubereitungen weiter vermarktet werden dürfen, die jahrzehntelang sicher angewendet wurden und sich bewährt haben.“  Wilbert machte deutlich, dass die Branche an allen Fronten unter Druck ist. „ Aber zuversichtlich stimmt mich, dass eine steigende Zahl von Mitgliedsfirmen den Wert der Zusammenarbeit im Verband erkennt.“ Gemeinsam wird der notwendige Freiraum zum verantwortungsvollen, nachhaltigen Wirtschaften erkämpft.