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30.07.2012

Neue Rückstandshöchstwerte für Quaternäre Ammoniumverbindungen (QAV) auf Lebensmitteln - Anwendung von Desinfektionsmitteln unbedenklich

Durch die Anwendung eines Pflanzenstärkungsmittels, das ohne zu deklarieren größere Mengen QAV´s enthielt, wurden in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten erhebliche Mengen von QAV’s in Form von DDAC (Didecyldimethylammoniumchlorid) auf den Lebensmitteln gefunden.

Das Inverkehrbringen dieser Mittel ist mittlerweile vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersagt worden. Durch diese missbräuchliche Anwendung von Desinfektionsmittelwirkstoffen ist jegliche Anwendung von QAV als Desinfektionsmittelwirkstoff in die Diskussion gekommen. Hierbei ist deutlich zu unterscheiden, ob QAV-haltige Wirkstoffe vorsätzlich und direkt auf die Lebensmittel gebracht werden oder ob diese Wirkstoffe zur Desinfektion von Oberflächen mit anschließender Trinkwassernachspülung verwendet werden sollen.

Nach Bewertung und Stellungnahme des Bundesinstitutes für Risikobewertung sind von den Rückstandsmengen nach der Desinfektion keine gesundheitlichen Bedenken für Verbraucher zu erwarten.

Auf dieser Basis und auch aufgrund ähnlicher holländischer und amerikanischer Ergebnisse hat das zuständige Gremium in der EU-Kommission einen vorläufigen Rückstandshöchstwert von 0,5 mg pro kg sowohl für DDAC, wie auch BAC, festgelegt. Bisher galt ein Grenzwert aus dem Pflanzenschutzrecht in Höhe 0,01 mg pro kg. Weitere Untersuchungen und Beobachtungen in allen europäischen Ländern sind beschlossen worden. Nach bisher vorliegenden Untersuchungen wird dieser Rückstandshöchstwert durch Desinfektionsmaßnahmen mit anschließender Spülung nicht erreicht, sondern meist deutlich unterschritten.

QAV-haltige Desinfektionsmittel werden seit Jahrzehnten in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt und haben sich dort aufgrund ihrer Wirksamkeit und der toxikologischen Unbedenklichkeit bewährt. Wie oben erwähnt, werden nach Anwendung der Desinfektionsmittel die behandelten lebensmittelberührenden Oberflächen gründlich mit Trinkwasser nachgespült. Möglicherweise verbleibende geringe QAV-Rückstände sind dann nicht in der Lage zu Grenzwertüberschreitungen auf Lebensmittel zu führen, die auf diesen Flächen produziert werden.

Die korrekte Anwendung von nachweislich wirksamen Desinfektionsmitteln auf Basis von QAV ist nach wie vor ein sicherer und etablierter Beitrag zur guten Betriebshygiene, stellt keine Gefahr für die menschliche Ernährung dar und erzielt aktiven Verbraucherschutz, indem die Übertragung von Krankheitserregern in Lebensmittel effektiv unterbunden wird.